Main-Taunus-Schule · Rudolf-Mohr-Str. 4 · 65719 Hofheim · Tel.: 06192-99130 · E-Mail schreiben

 

Seit Jahren - und nicht erst seit PISA - wird der Wunsch nach verstärkter Förderung der individuellen Begabung der Schülerinnen und Schüler laut.  Dabei richtet sich der Fokus verstärkt auch auf hochbegabte Kinder. Zunehmend beobachten die Lehrkräfte Schülerinnen und Schüler, die sich langweilen und dadurch im Unterricht verhaltensauffällig werden oder aber durch ihren großen Wissensdurst auffallen. Auch Eltern suchen verstärkt Unterstützung im Umgang mit diesen Kindern.  

Diese Eindrücke, gestützt durch den offiziellen Erlass zur Hochbegabtenförderung (Amtsblatt 03/2003)  führte an der Main-Taunus-Schule zunächst zur Gründung einer Elterninitiative, in der betroffene Eltern versuchen, die Anliegen ihrer Kinder zu artikulieren, Anregungen und Wünsche an die Schule zu formulieren sowie anderen Eltern als Informationsquelle zu dienen.

Auch innerhalb des Kollegiums bildete sich eine Arbeitsgruppe, die ausgehend von einem Pädagogischen Tag ein Konzept für die Hochbegabtenförderung an der Main-Taunus-Schule entwickelte. Individuelle Förderpläne und pädagogische Klassenkonferenzen in jeder Jahrgangsstufe sowie die Förderung des selbstständigen Arbeitens (Freiarbeit, Wochenplanarbeit, Stationenlernen), Maßnahmen also, die sowohl hochbegabten als auch leistungsschwachen Schülerinnen und Schülern gleichermaßen dienen, gehören ebenso dazu wie die Fortbildung des Kollegiums zu diesem Thema. 

Weil der Wunsch entstand, auch mit anderen Schulen auf dem Gebiet der Hochbegabten-förderung zusammen zu arbeiten, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Projekte zu planen, bildete sich zum Ende des Schuljahres 2004/2005  das „Netzwerk Hochbegabtenförderung im Main-Taunus-Kreis“, zu dem sich zwei Gymnasien und drei Gesamtschulen im Umkreis zusammenschlossen. In diesem Kreis wurde ein Konzept zu sogenannten „Pull-Out-Kursen“ entworfen, in denen hochbegabte und überdurchschnittlich leistungsstarke Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 6 und 7 an fünf Schultagen im Jahr an jeweils eine der Schulen fahren, um den ganzen Tag über in verschiedenen Projekten in Kleingruppen gemeinsam zu lernen. Dabei sind der Auswahl der Themen keine Grenzen gesetzt. Voraussetzung ist nur, dass nicht Unterrichtsstoff vorweg genommen wird, sondern dass die Schülerinnen und Schüler mit anspruchsvollen neuen Themengebieten konfrontiert werden („Enrichment“), die sie zum weiteren Vertiefen auch außerhalb der Schule anregen sollen. Die Homogenität in den Arbeitsgruppen erlaubt ein Arbeiten auf sehr hohem Niveau. Diese Kurse werden auch im Schuljahr 2006/2007 fortgesetzt. Es wird darüber nachgedacht, auch für die Jahrgangsstufen 8-11 ähnliche Projekttage zu organisieren.  

Auch an zahlreichen außerschulischen Aktivitäten, die geeignet sind, Hochbegabte in besonderer Weise zu fördern, nahmen Schülerinnen und Schüler unserer Schule in den letzten Jahren verstärkt teil. Hierzu zählen die Teilnahme an zahlreichen Wettbewerben, an der Kinder- und Jugendakademie in Darmstadt und an Ferienakademien der freien Wirtschaft. Die zahlreichen Arbeitsgemeinschaften an der Main-Taunus-Schulen bieten zudem hochbegabten Schülerinnen und Schülern ein weites Feld  zur Forderung und Förderung.

Als Anerkennung ihrer Leistungen auf dem Gebiet der Hochbegabtenförderung erhielt die Main-Taunus-Schule am 6.07.2006 das Gütesiegel des Hessischen Kultusministeriums. Diese Auszeichnung verpflichtet die Schule, ihre Arbeit weiter zu führen und jeweils nach drei Jahren schriftlich zu evaluieren und zu dokumentieren. Sie ermöglicht aber auch Ressourcen anzufordern, um besondere Projekte finanziell zu unterstützen.